Im alpinen Bereich gelten andere Gesetze wie in der Ebene. Darum sollte man sich vor jeder Bergtour mit den folgenden Alpinen Regeln auseinandersetzen.

Grundausrüstung für Schitouren:

· Tourenschi zu Körpergröße, Gewicht und Fahrkönnen passend, mit richtig eingestellter Tourenbindung
· Steigfelle
· Schitourenschuhe
· evtl. Harscheisen
· in der Länge verstellbare Schistöcke
· Tourenhose, Funktions-Unterwäsche, Bergsocken, Wechselleibchen, Jacke, Anorak, Handschuhe, Mütze; evtl. Sonnenkappe, Überhose, 2. Paar Handschuhe, Gamaschen
· Rucksack (30 – 40l), Getränk, Jause
· Verschütteten-Suchgerät, evtl. Airbag
· Lawinenschaufel, Lawinensonde, Erste Hilfe Ausrüstung, Biwaksack
· Sonnenbrille, Sonnencreme, Lippenschutz, Schneebrille, Stirnlampe, Reepschnüre, Tape, Taschenmesser, Mobiltelefon, Geld
· bei Touren im vergletscherten Gelände: Gletscherausrüstung: Seil, Klettergurt, Karabiner, Reepschnüre, Bandschlingen, Pickel
 

Verhaltensregeln für Schitourengeher

 

+ Schitourengeher planen ihre Tour, sie informieren sich über die zu erwartenden Anforderungen (Tourlänge, Höhenmeter, Schwierigkeit/Hangneigungen, Konditionelle Anforderungen, notwendige Zeit, usw.)über die Schneeverhältnisse im Gelände, die Lawinensituation und das Wetter!

+ Schitourengeher wählen eine ihrem Niveau (Schitourenerfahrung, Kondition und Schifahrkönnen) und den herrschenden Bedingungen angepasste Tour aus, informieren sich über den Routenverlauf und planen auch eine Reservezeit ein, um sicher wieder vor der Dämmerung zurück bzw. beim geplanten Stützpunkt zu sein!

+ Schitourengeher machen Pausen auf ihrer Tour.

+ Schitourengeher verwenden passende Schitourenausrüstung, die sich in einwandfrei funktionsfähigem Zustand befindet (Schi gewachst, Felle, Bindung und Schuhe gewartet).

+ Schitourengeher tragen passende Kleidung und haben stets Notfall-Ausrüstung (Biwaksack, Lawinenschaufel, Lawinensonde, LVS-Gerät; evtl. Airbag) bei sich.

+ Schitourengeher tragen vom Beginn bis zum Ende ihrer Schitour das LVS-Gerät direkt am Körper und führen am Beginn der Tour eine LVS-Kontrolle durch.

+ Schitourengeher wählen ein zu ihrem Niveau passendes Gehtempo und bleiben in der Gruppe beisammen. Sie lassen schnellere Tourengeher passieren.

+ Schitourengeher sind sich ihrer Eigenverantwortung im alpinen Gelände und der dort möglichen Gefahren (Lawinengefahr) bewusst und achten deshalb darauf, in ihrer Gruppe jemand dabei zu haben, der in Hinblick auf die Beurteilung der Lawinengefahr erfahren ist. Sie gehen wachsam durchs Gelände, um mögliche Warnzeichen rechtzeitig wahrzunehmen.

+ In (Wetter- bzw. Schnee-bezogenen) Entscheidungssituationen berücksichtigen Schitourengeher die Befindlichkeit aller Gruppenmitglieder. Im Zweifelsfalle entscheiden sich Schitourengeher für die sicherere Variante bzw. sind bereit umzukehren – sie lassen zweifelhafte Hänge unberührt.

+ Schitourengeher verhalten sich rücksichtsvoll gegenüber der Natur: sie vermeiden Lärm und lassen keinen Müll zurück. Sie befahren keine Aufforstungsgebiete und Jungwaldbestände.

+ Schitourengeher sind sich bewusst, dass das Wild im Winter besonders schonungsbedürftig ist und versuchen – wenn Wildtiere unterwegs sind – besonders ruhig und leise zu sein.

+ Schitourengeher respektieren andere Tourengeher und weisen sie auf Gefahren hin!

+ Schitourengeher helfen anderen Tourengehern, die in Schwierigkeiten geraten sind oder geraten könnten. Sie leisten Erste Hilfe, helfen mit bei Lawinenunfällen und organisieren im Notfall eine Bergung (Bergrettung: Notruf 140).

 

Zehn goldene Tipps für das richtige Verhalten in den Bergen

1. Nur fit in die Berge
Die allermeisten Unfälle ereignen sich durch Ermüdung oder Erschöpfung, Wanderer und Bergsteiger benötigen heute ebenso Training wie andere Freizeitsportler. In den Bergen kann das vielleicht zur Überlebensfrage werden.

2. Keine Bergtour ohne sorgfältige Planung!
Jede Bergtour erfordert Planung mit Führer und Karte. Stellen Sie mit Ruhe und Sorgfalt die erforderliche Ausrüstung zusammen!

3. Nach Abmarsch erst einmal 30 Min. langsam warm gehen
und später richtet sich dann das Gehtempo ausschließlich nach dem schwächsten in der Gruppe. Der Pulsschlag sollte nie mehr als 130 pro Minute (höchstens 150 pro Minute) sein.

4. Alle zwei Stunden eine Zehnminutenrast!
Spätestes dann sollte man etwas essen und reichlich trinken, auch ohne Hunger und Durst.

5. Immer genug zu trinken mitnehmen!
Das Trinken möglichst mineralsalzhältiger Flüssigkeiten ist das Um und Auf beim Wandern und Bergsteigen, so ca. durchschnittlich zwei bis vier Liter über den Tourentag verteilt. Alkohol ist in jeglicher Form während einer Tour abzulehnen.

6. Kinder keinesfalls überfordern!
Touren mit Kindern erfordern eine besonders sorgfältige und abwechslungsreiche Planung und sind stets kindergerecht auszurichten!

7. Ab 2.000 m Seehöhe genug Zeit lassen, um sich zu akklimatisieren!
Je höher, umso länger, denn je höher man steigt, desto sauerstoffärmer wird die Luft. Beachten Sie die Warnzeichen (vor allem Kopfschmerzen).

8. Wettergefahren niemals unterschätzen!
Das Gelingen einer Tour hängt vor allem vom Wetter ab. Beobachten Sie sorgfältig die Wetterentwicklung - auch bereits vor der Tour! Kehren Sie bei drohendem Wettersturz rechtzeitig um und suchen Sie bei heranziehenden Gewittern geschützte Orte auf und verlassen Sie Grate und exponierte Stellen. (Achtung: nicht unter einzelne Bäume stellen)

9. Bleiben Sie grundsätzlich auf dem Weg!
Sollten Sie sich dennoch verirrt haben, dann bleiben Sie unbedingt, wo Sie sind! Können Sie weder vor noch zurück auf einem Steig oder ist sogar ein Unfall passiert, riskieren Sie nichts und versuchen Sie unter keinen Umständen sich ins Tal durchzuschlagen sondern bleiben Sie an Ort und Stelle und beginnen Sie mit dem Alpinen Notsignal: Ein optisches oder akustisches Zeichen sechsmal in der Minute, danach eine Minute Pause, und so fort. Wenn Sie vorher irgendwo Angaben über Tourenziel und Route hinterlassen haben, wird man Sie rasch und verlässlich finden. Keine Panik - bleiben Sie ruhig - überall in den Alpenländern stehen Tag und Nacht Bergretter in ständiger Alarmbereitschaft.

10. In jedem noch so kleinen Rucksack ist Platz fürs "Notfallpaket"
Dies sollte auf jeden Fall immer mit dabei sein! (Verbandszeug, Kerze mit Zündhölzern oder Taschenlampe, Signalpfeife und Signalstift, Rettungsfolie und eventuell Biwaksack)

 

Alpinregeln - Notruf - Verhalten in Bergnot

 
Alpines Notsignal:
Innerhalb einer Minute sechsmal in regelmäßigen Abständen ein Zeichen geben danach Pause von einer Minute darauf wieder sechsmal in der Minute ein Zeichen geben - solange bis Antwort erfolgt!

Antwort der Rettungsmannschaft:
Innerhalb einer Minute wird dreimal in regelmäßigen Abständen ein Zeichen gegeben. Die Zeichen können sein:

Hörbar
(lautes Rufen, Pfeifen, Schießen und dgl.)

Sichtbar
(weißes Tuch, Spiegelung, Bewegen eines weithin sichtbaren Gegenstandes, Laterne und dgl.) Hubschrauberanflug:
Optisch bemerkbar machen

Notrufnummern:
Alpin-Notruf Bergrettung: 140
Notruf Rotes Kreuz: 144
Notruf Polizei: 133
Euronotruf: 112
Bemerkung zum Euronotruf 112
Es kann passieren, dass man bei einem alpinen Notfall keinen Empfang mit seinem Handy hat. In dieser Situation kann man das Handy ausschalten und nach dem Wiedereinschalten statt dem PIN-Code die Nummer 112 wählen. Dadurch sucht das Handy automatisch das stärkste Funknetz.

 

Kommt es zu Schwierigkeiten, dann gilt:

• Sich nicht trennen, sondern unbedingt zusammenbleiben.
• Der Erfahrenste entscheidet.
• Bei Einbruch der Dunkelheit einen Platz für das Notbiwak suchen (Im Winter ist das leicht: Schneehöhle graben oder Iglu bauen.
• Achten Sie auf Steinschlagzonen. Lösen Sie selbst keinen Steinschlag aus und wählen Sie Ihren Rastplatz nur im sicheren Gelände.
• Im Sommer ist es schwieriger. Ohne Biwaksack wird man im Hochgebirge nur wenig Schutz finden (Steinmauern bauen, Höhlen suchen, Latschen, . . .).
• Stellen Sie die Füße in den Rucksack und verwenden Sie alte Zeitungen oder eine Schaumgummimatte als Unterlage. So bleiben Sie warm.
• Man sollte sich gegenseitig Mut machen, wach halten, miteinander sprechen.
• Keine Kraft vergeuden.
• Von Zeit zu Zeit das alpine Notsignal geben.
 

Und zum Schluss noch eine große Bitte...

Haltet die Bergwelt sauber und nehmt Eure Abfälle mit ins Tal. Dadurch helft Ihr mit, unsere Berge rein zu halten, damit sich auch der Wanderer und Bergsteiger nach Euch noch an der Herrlichkeit unserer Berge erfreuen kann.

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